Gegenszenen

Musiktheater für Akkordeon, Video, zwei Scheinwerfer und einen Lautsprecher
Uraufführung 2016/17
Komposition: Neele Hülcker – Performance: Eva Zöllner
Aussicht ins Publikum
Mit einfachen und wenigen Mitteln sollen verschiedene Formen musikalischer Präsenz untersucht werden. Die Elemente, die während einer Aufführung oftmals ausgeblendet werden, kaum hörbar sind oder als Neben- oder Störgeräusche wahrgenommen werden, rücken in den Vordergrund und werden in einen musikalischen Kontext gesetzt: Verstärktes Lautsprecher-Brummen, Kamera-Rauschen oder das Surren der Scheinwerfer, sowie Geräusche aus dem Publikum werden neben den Akkordeonklängen Material für die Komposition.
Hierbei soll gerade die Grenze, ab wann etwas als inszeniert oder als Musik wahrgenommen wird fokussiert werden. Dies soll bereits in den Situationen um die Aufführung herum geschehen, wie z.B. in einer Inszenierung der Einlass-Situation des Publikums.
Grundsätzliche Elemente aus Aufführungssituationen verschiedenster Art wie die live spielende Musikerin, die Video-Projektion, der Klang aus dem Lautsprecher und das Licht werden als gleichberechtigte Akteure behandelt. Sie bilden sich selbst ab, imitieren sich gegenseitig, wechseln die Perspektive. Material werden die einfachen Dinge: Anwesenheit und Abwesenheit, Licht und Dunkelheit, vom Akkordeon aus gefilmtes Publikum und die gefilmte Akkordeonistin, Live-Situation und Aufnahme.

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In dem 2013 von Neele Hülcker für Eva Zöllner komponierten Stück „Eva und Neele“ für Akkordeon und Video fand bereits eine erste Zusammenarbeit der beiden Künstlerinnen statt.
Das Material für „Eva und Neele“ bilden Klang-Aufnahmen aus Eva Zöllners nomadischen Leben als Akkordeonistin (Aufnahmen der Reiseorganisation, vom Flughafen, vom Üben für Konzerte, von den bereisten Orten u.ä.), sowie Video-Aufnahmen, die die Komponistin und Interpretin auf gemeinsamen Ausflügen machten. Bei diesen wurden klanglich, soziologisch und geographisch unterschiedliche Orte im öffentlichen Raum aufgesucht, an denen akustisch und visuell auf Dispositionen der Umgebungen reagiert wurde.
Das gemeinsame Reisen, das sich-nach-draußen-begeben, die Möglichkeit Zufälle zu zulassen und mit diesen zu Interagieren bildeten einen wesentlichen Teil des Enststehungsprozesses, der selbst
Teil des Stückes wurde.

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